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LDEW zu: "Wasser sparen"

Wasser sparen wird in Deutschland in der Regel gleich gesetzt mit Umwelt- und Ressourcenschutz. Dabei ist es ohne Frage nicht sinnvoll, verschwenderisch mit der Ressource umzugehen. Allerdings werden in der Diskussion häufig die Fakten außer Acht gelassen.

Trugschluss 1: Wasser sparen = Ressourcenschutz

Deutschland ist ein wasserreiches Land. Der jährliche Wasservorrat beträgt rund 188 Milliarden Kubikmeter Grund-, Oberflächen- und Quellwasser. Die deutschlandweit rund 6.200 Wasserversorger fördern davon nur etwa 2,7 Prozent jährlich. Deutschland gehört weltweit zu den Industrieländern mit dem niedrigsten Wassergebrauch. Wichtig ist dabei die Betonung auf Wassergebrauch. Das Wasser wird nämlich nicht verbraucht, sondern lediglich gebraucht. Das gebrauchte Wasser wird nach entsprechender Reinigung dem Wasserkreislauf wieder zugeführt, es geht also nicht verloren. Zu beachten dabei ist auch, dass es sich beim Wasserkreislauf um einen regionalen Kreislauf handelt. Sprich, wasserarmen Regionen auf der Welt wird nicht dadurch geholfen, dasswir in Deutschland besonders sorgsam mit unserem Wasservorrat umgehen.

Trugschluss 2: Wasser sparen = Umweltschutz

Wassersparen gibt uns Deutschen das Gefühl, der Umwelt etwas Gutes tun. Rational betrachtet ist das in Deutschland aber nur bedingt der Fall. Aus ökologischer Sicht ist allenfalls das Sparen von warmem Wasser umweltschonend, dann dadurch wird weniger Energie benötigt. Generell kann es sogar besser für die Umwelt sein, mehr Trinkwasser zu gebrauchen. Trinken wir nämlich mehr Trinkwasser aus der Leitung anstelle von Mineralwasser, ersparenwir der Umwelt Verpackung und Transport. Dabei ist das Trinkwasser auch noch bestens kontrolliert und damit qualitativ hochwertig.

Auswirkungen auf die Wasserversorgungsinfrastruktur

Der wasserpolitische Sprecher des LDEW, Wulf Abke, weist auf ein weiteres Problem hin, dass durch übermäßiges Wassersparen entsteht: „Wasser sparen ist auch aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll. 80% der Kosten der Wasserversorgung, vor allem für das Rohrnetz, fallen unabhängig von der Wassermenge an.“ Je weniger Wasser also gebraucht wird, desto teurer wird der einzelne abgenommene Kubikmeter. Außerdem entstehen zusätzliche Betriebskosten aufgrund von häufigeren Spülungen, die notwendig werden, umhygienische Probleme durchVerkeimungenwegen aufgrund des geringen Gebrauchs im Netz stagnierenden Wasserszu verhindern. Eine ausreichende Dimensionierung des Leitungsnetzes ist trotzdem dringend erforderlich, um Bedarfsspitzen bedienen zu können. Neben Abnahmespitzen beispielsweise in Halbzeitpausen von EM- oder WM-Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft muss die Infrastruktur jederzeit auch Löschwasser in Fällen von Großbränden schnellstmöglich, in großen Mengen und an fast jedem Punkt im Netz bereitstellen können.

Konzentration auf „Virtuelles Wasser“

Es gibt allerdings trotzdem Möglichkeiten für jeden Deutschen auf wirklich sinnvolle Art und Weise Wasser zu sparen. Dazu Wulf Abke: „Im globalen Sinne bedeutet Wasser sparen, eine kritische Betrachtung des Wassers, das in den Produkten steckt, die wir nutzen:das sogenannte virtuelle Wasser. Wer im Winter Erdbeeren kauft, die aus Spanien nach Deutschland importiert werden, trägt damit zum Wasserverbrauch einer wasserarmen Region bei. Verbraucher können durch ihr Einkaufsverhalten dort die Wasserressourcen schonen, wo sie wirklich knapp sind.“

 

Einen Beitrag des SAT.1 Sonntagmorgen-Magazins „Weckup“ zum Thema „Wasser sparen“ mit Wulf Abke als Stimme der Wasserversorger finden Sie unter

 

http://www.weckup.de/weckup-aktuell/single/datum/2012/08/05/wassersparen.html

LDEW ANSPRECHPARTNER
Dipl.-Wirtschaftsjurist
Sebastian
Exner
Fachgebietsleiter
06131 62769-15