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Fernwärme

Unter dem Begriff der Fernwärme wird die Wärmelieferung, ausgehend von Heizkraftwerken, an Stadtteile oder ganze Städte zum Betrieb von Heizungen oder der Versorgung mit Warmwasser verstanden. Die im Heizkraftwerk produzierte Wärme wird über ein gut gedämmtes Leitungssystem mittels Wasser oder Dampf zu den versorgten Bereichen geleitet.Bei dieser Art der zentralen Energieerzeugung wird in besonders umweltschonender Weise der eingesetzte Brennstoff sehr effizient verwertet. Mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) entsteht dabei sowohl Strom als auch Wärme.

EnEV und EEWärmeG

Die Zahl der fernwärmeversorgten Haushalte lag bereits im Jahr 2008 bei 4,8 Millionen. Im Anschluss hieran traten im Jahre 2009 zum Schutz der Umwelt zwei rechtliche Vorschriften in Kraft, die für die Planung und Durchführung von Bauvorhaben von enormer Bedeutung waren und dabei die Versorgung mittels Fernwärme attraktiver werden ließen. Dies waren zum einen die Energieeinsparverordnung (EnEV) und zum anderen das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

Die EnEV normiert strengere energetische Anforderungen für Neubauten, wobei die Einhaltung eines bestimmten Primärenergiebedarfs nachgewiesen werden muss. Hier wirkt sich der niedrige Primärenergiefaktor einer KWK-Anlage positiv auf den Primärenergiebedarf aus. Das EEWärmeG erfasst dagegen die Versorgung mittels Fernwärme als eine Art der zulässigen Ersatzmaßnahme zur Deckung des Wärmeenergiebedarfs mittels erneuerbarer Energien, die grundsätzlich verpflichtend anteilig genutzt werden müssen.

Kraft-Wärme-Kopplung und Wärmespeicher

Ebenso bieten KWK- und Fernwärmesysteme große Potentiale, um die fluktuierende Einspeisung der erneuerbaren Energien auszugleichen. Die konventionelle KWK kann beispielsweise durch die Installation von Wärmespeichern leistungsfähiger gemacht werden, um auf die Einspeisung reagieren zu können. Dabei wirken die Wärmespeicher auch im Sinne einer Entkopplung der Strom- und der Wärmebereitstellung. So können Fernwärmesysteme den überschüssigen Strom aus Wind- und Photovoltaik-Einspeisung zur Wärmebereitstellung aufnehmen.

Es zeigt sich auch anhand der aktuellen Energiekonzepte der Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, dass die Landesregierungen die Erzeugung von Wärme mittels KWK-Anlagen als umweltschonende Energieerzeugung erkennen und in ihre Konzeption integrieren. Der LDEW fungiert hierbei als Mittler zwischen seinen Mitgliedsunternehmen und der Politik, um die ehrgeizigen Ziel der „Energiewende“ verwirklichen zu können.

Wärmemarkt

Wenn von der Energiewende gesprochen wird, fällt das Thema Wärmemarkt häufig unter den Tisch. Dabei hat der Energiebedarf für Raumwärme und Warmwasser einen Anteil von 86 Prozent am Endenergieverbrauch in deutschen Haushalten. Der Verbrauch für Haushaltsgeräte, Beleuchtung und Kommunikation macht hingegen nur 14 Prozent aus. Die Bundesregierung hat das CO2-Einsparpotenzial im Wärmemarkt mittlerweile erkannt. Es wurden konkrete Ziele zur Senkung des Wärmebedarfs und der Emissionen formuliert. Dies bedeutet gestiegene Anforderungen an die Gebäude und die darin befindlichen Wärmeerzeugungsanlagen in ganz Deutschland.

Angemeldete Mitglieder finden einen Foliensatz zum Thema Wärmemarkt (Stand August 2013) hier.

 

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